Die neusten Artikel des "Smashing Magazine" sind eine meiner regelmäßigen Pflichtlektüren und sicher auch vieler anderer Designer und Developer.
Das gleichnamige Event "Smashing Conference" bezeichnet sich selbst als "freundliches, inklusives Event für alle, die ihre Arbeit für das Web mit Sorgfalt" betreiben und wirbt damit zu zeigen "wie wir mit Qualität für ein besseres Web designen und entwicklen" (frei aus dem englischen hierher übersetzt).

Dass das nicht nur hohle Marketing-Phrasen sind, konnte ich zusammen mit fünf Talents Connect-Kollegen auf der Konferenz am 10.-11. September im schönen Freiburg selbst erfahren.

Die Konferenz fand im Historischen Kaufhaus zu Freiburg statt 

Die Talks

Die vom Team um Vitaly Friedman organisierte Konferenz, versucht thematisch die Gebiete UX, Design und Frontend-Development abzudecken, mit einem derart interdisziplinär besetzten Team reisten wir auch an. In vielen Talks zeigte sich diese große Bandbreite, während auch "special interest" bedient wurde.

Bei Tammy Everts Talk über Web-Performance wurde klar, dass diese nicht einfach nachträglich vom Entwickler "angeschaltet" werden kann, sondern die gesamte Wertschöpfungskette, mit Rollen jeder Disziplin, beteiligt sein muss.
Das Thema Web-Performance wurde an Tag 2 noch einmal von Yoav Weiss aufgegriffen, der Tipps und Tricks beim Laden von Ressourcen bereit hielt.

Takeaways zum Thema Web Performance von Tammy Everts 

Auch Chui Chui Tan sprach ein interdisziplinäres Publikum an, als es um Webseiten für internationales Publikum ging. Multi-linguale Websites sind eben nicht nur eine Herausforderung für den Copy-writer. Verschiedenste kulturelle Gründe müssen bereits im Design und bei der Usability bedacht werden.
Eine ähnliche Richtung sprach Trine Falbe über das Design für junges Publikum an. Kinder und Jugendliche nutzen das Web anders als Erwachsene, was in Texten, Bedienelementen und visueller Sprache berücksichtigt werden sollte.

Außerdem sprach Andrea Drugay von Dropbox über das Texten von User-Interfaces, was neben Design direkt, auch wieder die Entwicklung betrifft, da beispielsweise kryptische Fehlermeldungen die Usability beeinträchtigen.

UX-Writing Takeaways von Andrea Drugay


Die Usability-Sparte wurde ebenfalls von Designerin Hannah Pileggi bedient, die Einsichten in die von AirBnb genutzen "Guerilla-Testing" Verfahren mitbrachte.

Mir als Frontend-Developer war besonders das Thema des Mystery-Speaker Andrey Sitnik von Nutzen. Er ist der Lead-Developer von PostCSS, sprach über Best Practices dieses Tools, das die Entwicklung vereinfacht und Code lesbarer macht.
Ein frontend-zentriertes Thema besprach auch Ian Feather, mit seinem Talk über die Akzeptanz von Fehlern und der Notwendigkeit ein System für den Fehlerfall zu entwerfen.

Ein Schwerpunkt auf Ethik im Design legten Morten Rand-Hendriksen und auch Josh Clark in ihren Vorträgen, was wiederum alle angeht, die das Web vorantreiben.

Josh Clark über "Design in the Era of the Algorithm"

Unsere Arbeit an modernen Technologie bietet immense Möglichkeiten, die wir aktiv prägen können und deren Gefahren wir erkennen und abwenden müssen.
Da die noch junge Ära des Web, keiner Art hippokratischen Eid unterliegt, müssen wir Gefahren erkennen, damit ein Design von vornherein nicht diskriminierend ist.

Uns als Machern des Web obliegt es, im Sinne eines jeden Users und nicht nur einer Mehrheit zu entwicklen und zu designen.

Morten Rand-Hendriksen über Tech-Ethik

Fazit

Der berühmte Blick über den Tellerrand und die Erweiterung des eigenen Horizontes über sein Fachgebiet hinaus, nutzt uns als interdisziplinär arbeitendem Team, wie ich finde für ein besseres gemeinsames Verständnis und eine gemeinsame Denkweise.

Ich kann wohl auch für die Kollegen sprechen, die mich zur Smashing Conference nach Freiburg begleitet haben, wenn ich sage, das wir wir viele aufschlußreiche, interessante Erkenntnisse mitnehmen konnten und jedem den Besuch dieses gut organisierten Formates nur empfehlen können.