Was sind die Recruiting Herausforderungen 2016? In puncto Personalgewinnung stehen Personaler jedes Jahr vor manchmal schwierigen Aufgaben. Wie unsere aktuelle Umfrage zeigt, spielen hier der Zeitdruck und der administrative Aufwand eine bedeutende Rolle: Der HR rennt die Zeit davon, zumindest in einem Bereich. Wir haben Recruiter gefragt, was 2015 die größten Zeitfresser waren – und vor welchen Herausforderungen sie 2016 wirklich stehen. Die Ergebnisse im Überblick.

Das neue Jahr ist noch jung – doch die Mehrheit der Personalabteilungen und Recruiter haben die Aufgaben, die für 2016 anstehen, bereits tatkräftig angegangen. Aus gutem Grund, denn der Faktor Zeit ist eine der größten Recruiting Herausforderungen für das noch junge Jahr. Das zeigt unsere Befragung unter 100 Verantwortlichen. Wir wollten wissen, welche Herausforderungen anstehen, welche Aufgaben die meiste Zeit benötigen, wofür sich Matching eignet und welche Rolle Persönlichkeit und Soft Skills bei der Personalauswahl spielen.

Recruiting Herausforderungen 2016

Die größte Recruiting Herausforderung für 2016 ist die rechtzeitige Besetzung aller Vakanzen, sagen 48 Prozent der Befragten. Doch auch die Prozessoptimierung ist immerhin noch für 22 Prozent der Recruiter der Bereich, der ihre größte Aufmerksamkeit benötigt. Für knapp jeden Fünften (19%) ist die Erhöhung der Mitarbeiterbindung die Kernaufgabe des Jahres. Bemerkenswert ist, dass Einsparungen lediglich bei sieben Prozent der befragten Unternehmensvertreter im Fokus stehen und budgetäre Anpassungen nur in Ausnahmefällen ein Thema zu sein scheinen. Für vier Prozent stehen andere Herausforderungen im Vordergrund, die in unserer Umfrage nicht erfasst wurden. Alle Antworten in der Übersicht:

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Recruiting Zeitfresser 2015

Dass die größte Sorge der Befragten die rechtzeitige Besetzung freier Stellen ist, ist nicht verwunderlich. Denn ein Blick auf die Aufgaben, die im vergangenen Jahr 2015 die meiste Zeit beanspruchten, zeigt: Fast die Hälfte der Befragen (49%) gab die Sichtung und Vorauswahl der eingegangenen Bewerbungen als größten Zeitfresser an. 29 Prozent der Befragten verwendete für Bewerbungsgespräche und das Auswahlverfahren die meiste Zeit. Das Erstellen und Schalten von Stellenangeboten war nur für 14 Prozent die zeitaufwendigste Aufgabe. Vor dem eigentlichen Ziel des Recruitings stehen also Hürden, die Zeit kosten – und die durchaus Optimierungsbedarf hätten. Auch das ist eine Recruiting Herausforderung für 2016. Alle Antworten in der Übersicht:

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Neue Technologien wie das Job-Matching setzen genau hier an und unterstützen Recruiter dabei, die Ressourcen in der Vorselektion zu schonen. Des sehen, befragt nach den Einsatzmöglichkeiten des Matchings, auch die Teilnehmer der Umfrage so.

Matching reduziert den Zeitaufwand

Für fast jeden zweiten Befragten (47%) ist Job-Matching vor allem dafür geeignet, den Zeitaufwand pro Einstellung zu minimieren. Sogar 54 Prozent sehen den Nutzen des Algorithmus-Einsatzes darin, nur wirklich passende Interessenten zu Bewerbern zu machen. 44 Prozent sehen den Matching-Einsatz zudem besonders geeignet, um entweder die Kosten pro Einstellung (28%) oder entsprechend die Kosten pro eingegangener Bewerbung zu reduzieren (16%). Bei dieser Frage war eine Mehrfachnennung möglich und viele Befragte haben das genutzt – „Matching“ ist für die meisten Recruiter mittlerweile kein Randthema mehr. Alle Antworten in der Übersicht:

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Persönlichkeit und Soft Skills

Ein weiterer Vorteil beim Einsatz des Matching-Algorithmus ist die mögliche Berücksichtigung von Persönlichkeit und Soft Skills. Denn die sind bei der Personalauswahl schon länger wichtig und gewinnen als Recruiting Herausforderung weiter an Bedeutung: Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer (88%) geht davon aus, dass Persönlichkeitsmerkmale künftig genauso entscheidend sein werden wie fachliche Qualifikationen (44%) – oder sich deren Bedeutung im Recruiting sogar noch weiter steigern wird (44%). Lediglich bei zwölf Prozent werden allein fachliche Qualifikationen das primäre Entscheidungskriterium sein. Alle Antworten in der Übersicht:

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Und wer wird so dringend gesucht?

Der Druck, Vakanzen „rechtzeitig“ zu besetzen, zählt zu den größten Recruiting Herausforderungen – aber was für Mitarbeiter werden überhaupt gesucht? Wir haben uns in der Umfrage auf das Einstiegslevel bezüglich der Berufserfahrung konzentriert. Das Verhältnis zwischen Berufserfahrenen und Berufseinsteigern, die von den Unternehmen gesucht werden, ist dabei relativ ausgeglichen. So sind einerseits bei 63 Prozent der einstellenden Unternehmen Kandidaten gefragt, die 2016 erstmals einen Beruf beginnen, sei es in Form eines Dualen Studiums (8%), eines Praktikums (9%), einer Ausbildung (17%) oder über den direkten Berufseinstieg (29%). Andererseits suchen 74 Prozent der befragten Unternehmen vornehmlich Kandidaten mit größerer Berufserfahrung bzw. Young Professionals mit erster gesammelter Berufserfahrung (37%). Nur zwei Prozent der befragten HR-Verantwortlichen gaben an, 2016 überhaupt keine neuen Mitarbeiter zu suchen. Alle Antworten in der Übersicht:

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Über die Talents Connect Neujahrsumfrage zu Recruiting Herausforderungen 2016:

  • Dauer der Umfrage: Mitte Dezember 2015 bis Mitte Januar 2016
  • Teilnehmer: Recruiter / n=100

Dieser Text und die Grafiken dürfen gerne unverändert übernommen werden. Die Grafiken sind hier als Download für Print und Screen verfügbar. Bei Übernahme von Text und/oder Grafiken bitte ich um einen kurzen Hinweis an christian[at]talentsconnect[dot]com.